Fragenkatalog zum Tomatis-Hörtraining

Freitag, 13. Juni 2008 22:10

Kennen Sie das auch von Ihrem Kind?

Im Säuglingsalter

  • schrilles oder kraftloses Schreien
  • Überempfindlichkeit auf bestimmte Töne
  • Schreckhaftigkeitungenügende oder keine Reaktionen auf Zurufe oder Geräusche

Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten!

Im Kleinkinderalter

  • verzögerte Sprachentwicklung
  • undeutliche Aussprache
  • Verzögerungen im Sprachverständnis
  • Lärmempfindlichkeit
  • laute, schrille oder leise Aussprache

Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten!

Im Kindergarten

  • das Kind missversteht Fragen und kommt Aufforderungen nicht nach leicht ablenkbar durch Geräusche
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lärm (hält sich oft die Ohren zu)
  • das Kind ist Zuhause noch relativ ruhig, im Kindergarten jedoch zunehmend unruhig, aggressiv oder zurückgezogen
  • kann Geräusche nicht identifizieren, Entfernung oder Richtung nicht erkennen (dadurch möglicherweise auch gehäuft Unfälle)
  • stottert
  • singt falsch und hat kein Gefühl für den Rhythmus
  • flache, monotone Stimme
  • verwaschene, falsche Aussprache z.B. verwaschenes „s“ oder „sch“
  • Verwechselung ähnlicher Laute
  • fein- und grobmotorische Unsicherheiten
  • Schwierigkeiten beim Einhalten von Reihenfolgen
  • wenig Selbstvertrauen

Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten!

In der Schule

  • Lese-/Rechtschreibschwäche/Legasthenie
  • unleserliche Schrift
  • geringer Wortschatz
  • stockender, zögernder Sprachfluss
  • Stottern
  • Schwierigkeiten bei der Grammatikanwendung/ Dysgrammatismus
  • Schwierigkeiten beim Rechnen/Dyskalkulie
  • Schwierigkeiten beim Erlernen von Fremdsprachen
  • Buchstabenverwechselungen und -­umstellungen
  • Konzentrationsschwäche
  • leichte Ablenkbarkeit
  • Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität („Zappelphilipp“ oder „Träumer“)

Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten!

Auditive Wahrnehmungsstörung

Alle diese Beobachtungen können ihre Ursache darin haben, dass bei Ihrem Kind eine auditive Wahrnehmungsstörung vorliegt. Trotz medizinisch korrektem Hörvermögen wird das Gehörte im Gehirn nicht richtig verarbeitet. Es liegt eine Störung in der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, der Speicherung oder dem Verstehen vor.

Ein Störfaktor, der dabei oft zu wenig Beachtung findet, liegt auf der psychischen Ebene. Ein Kind kann sich infolge traumatischen Erlebens, zum Beispiel Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen unbewusst der Begegnung und Kommunikation mit dem Leben und der Welt verschließen.

Das Ohr ist schon 18 Wochen nach der Zeugung das erste voll entwickelte und funktionsfähige Organ jedes werdenden Menschen im Mutterleib. So lernt das Kind schon Monate vor seiner Geburt hörend viel über die Welt außerhalb seines direkten Lebensraums.

Dem Ohr kommt im ganzen Leben eine zentrale Rolle zu. Als Gleichgewichts- und Hörorgan ist das Ohr das einzige Sinnesorgan, das zwei Sinne miteinander vereint. Mit seiner Hilfe finden wir innere Sicherheit und Orientierung im Raum.

Die auditive Wahrnehmung hat eine herausragende Bedeutung für die menschliche Entwicklung: Raumorientierung, Körpergefühl, Spielverhalten, Sprachentwicklung sowie das Kommunikationsverhalten werden von ihr entscheidend beeinflusst. Eine auditive Wahrnehmungsstörung beeinträchtigt die Gesamtentwicklung Ihres Kindes.

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Eltern-Erfahrungen

Freitag, 13. Juni 2008 21:38

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Eltern, deren Kindern bei uns das Tomatis-Hörtraining wahrgenommen haben.

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Ablauf des Tomatis Hörtrainings

Mittwoch, 28. Mai 2008 20:40

Im Folgenden schildern wir einen möglichen Trainingsverlauf, wie er bei leichten Auffälligkeiten möglich sein kann. Je nach Ausprägung der Probleme kann auch ein abweichender Ablauf möglich sein.

1. Erstgespräch

Anamnese, erster Horchtest, ausführliche Besprechung des Horchtests, allgemeine Informationen zum Tomatis-Hörtraining; ggf. Hinweis auf weitere Therapieformen.

2. Erste Hörtrainings-Phase (Hochfilterphase)

An 15 aufeinanderfolgenden Werktagen werden 2 Stunden (= 4 HE) täglich gehört. In der Mitte und am Ende dieser Phase findet je ein Kontroll-Horchtest mit Besprechung statt. Die Ergebnisse dieser Tests bestimmen den weiteren Verlauf der Therapie.

********* es folgt eine Hörpause von 4 bis 8 Wochen *********

3. Zweite Hörtrainings-Phase (Hochfilterphase)

An 8 aufeinanderfolgenden Werktagen werden 2 Stunden (= 4 HE) täglich gehört. Am Anfang und am Ende dieser Phase erfolgt ein Kontrolltest. Im Gespräch werden die Therapieerfahrungen und der weiteren Verlauf besprochen.

********* es folgt eine Hörpause von 6 bis 12 Wochen *********

4. Dritte und vierte Hörrrainings-Phase (und ggf. weitere)

(Hochfilterphase + akustische Geburt) Diese beiden Hörtrainings verlaufen wie die zweite Horchphase. Im Idealfall findet in der vierten Hörtrainings-Phase die akustische Geburt statt und danach kann die aktive Arbeit beginnen.

5. Fünfte Hörrtrainings-Phase (aktive Phase)

Beim aktiven Arbeiten wird durch lautes Singen, Nachsprechen und Lesen ein gezieltes audiovokales Training durchgeführt. Als Grundlage für dieses Training dienen jeweils aktuelle Horchtests.

Über die notwendige Anzahl an Hörrtrainings-Phasen kann im Vorfeld keine Aussage getroffen werden, da die Anzahl der notwendigen Höreinheiten immer vom Verlauf des bisherigen Trainings abhängig sind.

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Anwendungsbereiche

Samstag, 24. Mai 2008 20:33

Anwendungsbereiche des Tomatis-Hörtrainings bei Kindern

  • Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, insbesondere in der akustischen Wahrnehmung, in der Raumorientierung sowie in der motorischen Wahrnehmung.
  • Sprach-, Sprech und Stimmstörungen
  • Teilleistungsstörungen in Form von Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Rechenschwäche, Dyskalkulie
  • Konzentrationsstörungen
  • Abbau von Prüfungs- und Schulängsten, von Schulleistungsversagen und diverser andererÄngste
  • Lateralitätsstörungen (sensomotorische Integrationsstörung, Störungen im Bereich der Grob-, Fein- und Graphomotorik)
  • Hyperaktivität, Verhaltensauffälligkeiten ADS/ADHS
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Fremdsprachenintegration
  • Schulmüdigkeit
  • Autismus/Asperger Syndrom

Das Hörtraining nach Tomatis kann auch Basistraining sein, auf dem andere Trainingsmaßnahmen aufbauen können, (z.B. Logopädie, Ergotherapie, Psychomotorik, Motopädie, Legasthenie- bzw. Dyskalkulietraining u.a.)

Anwendungsbereiche des Tomatis-Hörtrainings bei Erwachsenen

  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Stress/Burnout-Syndrom
  • Konzentrationsstörungen
  • Koordinationsstörungen
  • Sprech- und Singtraining für Redner und Sänger

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Das Ohr und das Hörtrainung

Freitag, 16. Mai 2008 12:49

Das Ohr als Hörorgan

Als Hörorgan kontrolliert das Ohr den sprachlichen und stimmlichen Ausdruck. Sprechen, Kommunizieren, Singen, Lesen und Schreiben ist vom richtigen Funktionieren des Hörsinns abhängig.

Das Ohr als Gleichgewichtsorgan

Als Sitz des Gleichgewichtsorgans steuert und koordiniert das Ohr Bewegungsabläufe des Körpers und ist mitverantwortlich für die aufrechte Haltung des Menschen. Es führt die Augen beim Lesen sowie den Arm, die Hand und die Finger beim Schreiben. Geräusche und Töne werden im Raum geortet, Zeit- und Rhythmusgefühl sowie räumliches Vorstellungsvermögen werden durch das Ohr gesteuert.

Das Ohr als Bildeglied zum Nervensystem

Das vegetative Nervensystem wird ebenfalls durch das Ohr beeinflusst. Am äußeren Gehörgang und am Trommelfell treten sensible Fasern des zehnten Hirnnervs an die Oberfläche (Nervus vagus). Dieser versorgt mit seinem dichten Netz von Verästelungen jene inneren Organe, die anfällig für psychosomatische Störungen sind. (z. B. der Hals-Nasen-Ohrenbereich, der Magen-Darm-Bereich). Damit kann Klang, je nachdem, ob es Wohlklang oder Lärm ist, Wohlbefinden vermitteln oder krank machen. Tiefe Frequenzen, zum Beispiel, können bei einem schlaffen Trommelfell starke Vibrationen auslösen, die den Nerv überreizen und Störungen in den inneren Organen verursachen.

Das Ohr als Energiequelle

Als Energiezentrale verwandelt das Ohr akustische in elektrische Impulse und versorgt die Großhirnrinde mit Energie. Diesen „Auflade-Effekt“ haben vor allem Töne mit breitem Obertonspektrum, was sich in geistiger Wachheit und Vitalität äußert.

Eine Stimulation von Gehirn und Nervensystem findet bereits vor der Geburt statt. Tomatis war ein Pionier in der pränatalen Hörforschung.

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Was ist das Tomatis-Hörtraining?

Sonntag, 4. Mai 2008 12:50

Das Hörtraining nach Tomatis ist ein spezielles Horch-Training, das auf den Erkenntnissen des französischen Ohrenarztes Professor Dr. Alfred Tomatis beruht. Tomatis ist Begründer der Audio-Psycho-Phonologie (APP) und behandelte viele tausend Kinder und Erwachsene, darunter auch Prominente wie Romy Schneider, Maria Callas und Gerard Depardieu. Seine interdisziplinäre Therapie-Methode dient dem Training und der „Re-Edukation“ des Ohres. Heute arbeiten weltweit über 200 nach der Audio-Psycho-Phonologie, seit Anfang 2006 auch Albatros Förderunterricht in Hamm.

Fast ein halbes Jahrhundert widmete Tomatis (1920 – 2001) experimentellen Untersuchungen des Ohres und des Hörens. Bereits 1953 formulierte er die Gesetzmäßigkeiten, die noch heute die zuverlässige Grundlage der Audio-Psycho-Phonologie bilden: Unser Ohr ist das Tor zu unserem Körper und zur Welt. Unser Ohr ist ein Kraftwerk, das beim Hören unser Gehirn mit Energie auflädt. Positiv oder negativ.

Hören oder Horchen?

Wir hören immer. Dennoch nehmen wir nicht immer bewusst wahr, was in unsere Ohren dringt. Hinhören – oder Horchen – ist ein aktiver Selektionsvorgang. Horchen bedeutet Aufmerksamkeit, Präsenz, Wachheit. Die Art, wie wir hören, hat grundlegenden Einfluss auf fast alle Aspekte unseres Daseins. Das Hören beeinflusst auch die Körpermotorik. Ist die Hörwahrnehmung gestört, kann es zu neuronalen Fehlschaltungen im Gehirn mit weitreichenden Folgen für die Sprache, die Bewegung, das Denken und Fühlen kommen. Hörwahrnehmungsprobleme sind die Ursache vieler Lern- und Verhaltensstörungen.

Wie das Tomatis-Hörtraining wirkt

Prof. Tomatis entwickelte eine höchst effektive Technik, die den Menschen mit oben genannten Indikationen ermöglicht einen von der Konzeption her akustisch idealen Weg zu gehen, von dem das spötere Hörvermögen und die mündliche und schriftliche Ausdrucksweise abhängen. Das Horch-Training simuliert diesen akustisch idealen Weg und beginnt mit dem intrauterinen Dialog mit der Mutter. Das Ohr wird akustisch in den Mutterleib zurückversetzt. So kann die „Hörentwicklung“ noch einmal von vorn beginnen. Da der Fötus seine Umwelt durch das Fruchtwasser filtriert wahrnimmt, benötigt man hierzu elektronisch aufbereitete Musik.

Welche Klänge werden beim Tomatis-Hörtraining verwendet?

Zunächst wird Musik von Mozart eingesetzt, wie auch Gregoriansiche Choräle. Mit Hilfe des Gehirn-Activators, ein spezielles elektronisches Gerät, wird diese Musik bearbeitet und auf die jeweilige Problematik abgestimmt. Da die Stimme der Mutter vom Fötus am besten wahrgenommen wird, setzt man auch im Tomatis-Hörtraining die Stimme der Mutter ein. Hierzu liest die Mutter einen positiven Text von dreißigminütiger Dauer. Die Stimme wird aufgenommen und mit Hilfe der entsprechenden Geräte so aufbereitet, dass sie sich wie im vorgeburtlichen Klangmilieu anhört. Wenn keine Mutterstimme vorhanden ist (z. B. bei Adoptivkindern), arbeitet man mit filtrierter Musik.

Und dann?

Nach einer individuell unterschiedlichen Anzahl von Hörphasen kann der hochgefilterte Teil des Hörtrainings abgeschlossen werden. Die Bänder werden nach und nach wieder „entfiltert“ und so wird der Hörende wieder ins normale Klangmilieu zurückgeführt. Danach können „Aktive Phasen“ folgen. Hier findet ein audiovokales Training mit Sing- und Sprecheinheiten statt. Tomatis entdeckte, dass sich die Muskeln im menschlichen Ohr bis ins hohe Alter erfolgreich trainieren lassen. Tomatis-Hörtraining vitalisiert, hilft bei Spannungs- und Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen und Verspannungen der Wirbelsäulenmuskulatur.

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